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Frankfurter Buchmesse und die Usbekischen Spuren

Frankfurter Buchmesse und die Usbekischen Spuren

Am 15. Oktober 2017 ging die 69. Frankfurter Buchmesse zu Ende. In der Mainmetropole begann die Buchmesse am 11. Oktober. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hatten sie gemeinsam eröffnet. In diesem Jahr war Frankreich das Partnerland.

Im Rahmen der 69. Frankfurter Buchmesse kamen rund 287.000 Besucher in die Messehallen. Das ist ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aus 102 Ländern präsentierten sich 7.300 Verlage. Usbekistan war ebenfalls vertreten. Aus Taschkent war der Verlag „LLC Zamon-Press-Info Nashriyot Uyi“ vertreten. Er informierte die Besucher über die Palette der bei ihm herausgegebenen Bücher. Am Stand der Islamischen Republik Iran war Taschkent auch präsent. Das Buch mit dem Titel „Die neue Geschichte Taschkents“ stammt von Mulla Mohammed Salih Khawaja. Überarbeitet und herausgegeben wurde das fast 800 Seiten umfassende Werk von Seyed Ali Moujani. Er ist hauptberuflich der Kulturrat seines Landes in der Bundesrepublik Deutschland.

Bereits 2016 stellte der Iranische Buchstand das Werk auf seinem Frankfurter Messestand vor und in diesem Jahr wurde es nochmals erwähnt. Usbekistan wurde in einem anderen Zusammenhang durch den Buchstand Irans und wieder durch Kulturrat Seyed Ali Moujani erwähnt. Der Diplomat und Autor hat ein Vorwort zum Buch „Der tragische Märtyrertod des Imam Hussein“ nach der Überlieferung von Abu Michnaf verfasst. Eingeleitet wird das Werk von dem Münchener Religionswissenschaftler und Professor für Philosophie Prof. Dr. Roland Pietsch. Er hat unter anderem zwei Jahre in Rom Katholische Theologie studiert und ist neben seiner Tätigkeit an der Universität in München auch zum Ehrenprofessor an der Ukrainischen Universität berufen worden. Erschienen ist dieses Werk im Würzburger Verlag Königshausen & Neumann. Der Orientalist Heinrich Wüstenfeld, der von 1808 bis 1899 lebte, hatte das Buch verfasst und es kam nunmehr zu einer Neuauflage des Werks. Prof. Pietsch stellte im Rahmen der Frankfurter Buchmesse das Werk vor.

Iranische Schauspieler und Sänger spielten auf der Bühne in Frankfurt Szenen aus diesem Werk dem Publikum vor. Prof. Dr. Roland Pietsch erinnerte an den Orientalisten Heinrich Wüstenfeld. Dieser wurde 1874 zum korrespondierenden Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg gewählt. Die Annahme dieser Würdigung veranlasste den deutschen Gelehrten, mehrmals ins Zarenreich Russland zu reisen und dort zu forschen. Zahlreiche Werke verfasste Wüstenfeld. Eines befasst sich sehr ausführlich mit einem Sohn aus dem heutigen Usbekistan. Im Jahre 1840 gab der Orientalist das Werk „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ heraus. Das Werk erschien im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Im Jahre 1963 gab es einen Nachdruck im Hildesheimer Olms Verlag. Dem um 980 in Afschana bei Buchara geborenen Abu Ali al-Husain ibn Abd Allah ibn Sina, in der lateinischen Form Avicenna geschrieben und genannt, widmete Wüstenfeld viel Aufmerksamkeit. Selbstredend war zu seinen Lebzeiten der Fachbegriff Usbekistan dem deutschen Orientalisten nur selten zu Ohren gekommen. Erinnert sei nochmals daran, Wüstenfeld ist vor fast 120 Jahren verstorben.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall für Freunde der Kultur Usbekistans, dass es neben dem Taschkenter Verlag auf der Frankfurter Buchmesse der Buchstand des Iran war, der unter Beteiligung von Kulturrat Seyed Ali Moujani und des Münchener Religionswissenschaftlers und Professor für Philosophie Roland Pietsch Usbekistan zur Sprache gebracht haben. Im Jahr 2018 wird ein ehemaliger Teil der untergegangenen Sowjetunion Partnerland der Frankfurter Buchmesse sein. Es handelt sich dabei um Georgien. Da aus den Trümmern der einstigen UdSSR auch Usbekistan sich konstituiert hat und heute ein weltweit anerkannter und geachteter Staat ist, sollten sich die politisch Verantwortlichen in Taschkent Gedanken machen, ob man sich nicht einmal um eine Partnerschaft bewerben sollte. Es wäre doch schön, wenn zahlreiche Politiker, Autoren und Diplomaten aus Taschkent auf der Frankfurter Buchmesse dann das Werk „Die neue Geschichte Taschkents“ persönlich in ihren Händen hielten.

(Text/Fotos: VTN)

Titelbild © VN: Iranischer Küsntler

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Foto: © VN; Iranischer Kulturrat Seyed Ali Moujani

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