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Entwicklung der Geschlechterpolitik im neuen Usbekistan

Praesident_Shavkat-Mirziyoyev Präsident Shavkat-Mirziyoyev

In den letzten Jahren hat die Gleichstellung von Männern und Frauen in Usbekistan sicherlich eine wichtige Rolle gespielt. Insgesamt wurden von 2016 bis 2021 zwei Gesetze der Republik Usbekistan, sechs Präsidialdekrete und -beschlüsse, 16 Regierungsbeschlüsse zur Gleichstellung der Geschlechter, Unterstützung von Frauen, Stärkung ihrer Rolle in Staat und öffentlicher Verwaltung verabschiedet. 

Auch die Einrichtung der parlamentarischen Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter in der Republik Usbekistan im Jahr 2019 hat zur Stärkung der Position der Frauen in der Gesellschaft beigetragen. In dieser Hinsicht ist eine positive Dynamik des Wachstums des Status der Frauen in der Gesellschaft und des Schutzes ihrer Rechte zu beobachten. Die usbekischen Behörden haben eine Strategie zur Erreichung der Geschlechtergleichstellung bis 2030 entwickelt sowie ein spezielles Verfahren eingeführt, nach dem alle neuen Gesetzesentwürfe aus der Geschlechterperspektive analysiert werden. Heute können wir nicht nur eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens der Menschen, sondern auch der wirtschaftlichen Stabilität der Republik feststellen.

Mädchengruppe; Foto: Volkert Neef

Solche Änderungen haben sich bereits außerhalb der Republik Usbekistan bewährt und wurden von einflussreichen Weltorganisationen und Gemeinschaften gebilligt. Das Recht der Frauen auf volle Teilhabe in allen Bereichen des öffentlichen Lebens ist nach wie vor eines der wichtigsten Themen, das in Erklärungen und Resolutionen der Vereinten Nationen behandelt wird. Die Republik Usbekistan legt dem UN-Ausschuss in regelmäßigen Abständen Informationen über die Umsetzung ihrer Verpflichtungen im Bereich der Geschlechterpolitik vor. Auf der Grundlage der zur Verfügung gestellten Informationen nehmen die internationalen Experten der UNO nicht nur die erzielten Fortschritte zur Kenntnis, sondern bilden auf der Grundlage der Ergebnisse der begleitenden Kommentare einen „Fahrplan“, der dazu beiträgt, den Prozess der Etablierung und Stärkung der Rolle und des Status der Frau in der Republik Usbekistan zu beschleunigen, der dem aktuellen Weltstandard entspricht. 

Mechanismen zur Gewährleistung und zum Schutz von Frauenrechten sind in der Republik Usbekistan inzwischen auf gesetzlicher und politischer Ebene etabliert. So garantiert das Gesetz zur Gewährleistung der Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen und Männern, dass Frauen und Männer das gleiche Recht haben, in repräsentative Gremien gewählt zu werden und dass politische Parteien Kandidaten für Abgeordnete nominieren können, was dazu beiträgt, die Rechte und Interessen von Frauen auf politischer Ebene zu wahren.  Der Präsident der Republik Usbekistan Shavkat Mirziyoyev sagte: „In Sachen Geschlechterpolitik wollen wir die Rolle der Frauen im öffentlichen, politischen und geschäftlichen Leben des Landes radikal stärken.“ 

Bei den Parlamentswahlen 2019 wurde zum ersten Mal eine Geschlechterquote angewandt, so dass die gewählten weiblichen Abgeordneten 32 Prozent der Gesamtzahl der gewählten Abgeordneten und 25 Prozent der Senatsmitglieder ausmachten. Mit dem heutigen Tag hat die Anzahl der Frauen im nationalen Parlament das in den UN-Empfehlungen festgelegte Niveau erreicht. 

In Bezug auf die Anzahl der weiblichen Abgeordneten ist das usbekische Parlament auf Platz 43 von 190 nationalen Parlamenten weltweit aufgestiegen.  Noch vor fünf Jahren lag es auf Platz 128 der Rangliste. (IPU Parline - Global data on national Parlaments 4/2021)

Taffe usbekische Frau; Foto: Volkert Neef

Laut Akmal Saidow, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Interparlamentarischen Union, werden die Aktivitäten der Republik Usbekistan modernisiert und allgemein anerkannte Normen und Standards übernommen. Er merkte an, dass „die Experten der UN und der Interparlamentarischen Union (IPU)“ betonen, dass die in Usbekistan in diesem Bereich beobachteten Trends mit den globalen Prozessen der Erhöhung der Vertretung von Frauen auf den höchsten Regierungsebenen, der Beseitigung der Ungleichheit der Geschlechter, der Erhöhung ihrer Anzahl im Parlament, in der Regierung und in der Justiz übereinstimmen. Laut dem IPU-Jahresbericht „Frauen im Parlament“ und Daten von UN Women hat der weltweite Anteil von Frauen in nationalen Parlamenten im Januar 2021 erstmals einen Rekordwert erreicht und fast alle postsowjetischen Länder übertroffen. Dies zeigt grundlegend neue Ansätze und Trends in der Organisation des usbekischen Parlaments.

In Übereinstimmung mit den Zielen, die für den Zeitraum bis 2030 festgelegt wurden, ist es notwendig, alle Formen der Diskriminierung von Frauen zu beseitigen und dadurch die Gleichstellung der Geschlechter zu gewährleisten, um so gleiche Chancen für die Führung in allen Bereichen der Gesellschaft zu schaffen, nämlich politisch – rechtlichen und wirtschaftlich – sozial.  Bisher wurde die Gender-Politik in den folgenden Bereichen angewandt:

1. Verbesserung rechtlichen Rahmen;
2. Schaffung institutioneller Rahmen; 
3. Entwicklung einer umfassenden Zusammenarbeit;
4. Repräsentation in der Regierung;

Genderorientierte Gesetze wurden bereits verabschiedet und sind in Kraft getreten, wie z.B. „Gewährleistung gleicher Rechte und Chancen für Frauen und Männer“; „Schutz von Frauen vor Belästigung und Gewalt“; „Schutz der reproduktiven Gesundheit der Bürger“; „Änderungen und Ergänzungen zu Artikel 15 des Familiengesetzes“; „Änderungen des Arbeitsgesetzes der Republik Usbekistan“ – Aufhebung der Beschränkungen für Frauen bei der Wahl von bisher verbotenen Beschäftigungsformen und anderer arbeitsrechtlicher Bestimmungen, die nicht den internationalen Standards entsprechen.

Die Auswirkungen der Pandemie haben es auch ermöglicht, die beschlossenen Veränderungen in der Geschlechterpolitik des neuen Usbekistans anders zu betrachten. In einer solch schwierigen Zeit für die ganze Welt wurde das Jahr 2020 zu einem „game changer“ für die Rechte und Freiheiten der Frauen. Die Weltgemeinschaft hat ihre Zustimmung im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Bildung einer Kultur der gesunden Lebensweise in der Gesellschaft gegeben. 

Der Grundsatz des Präsidenten, dass die Gesundheit von allen Frauen und Kindern ein Anliegen der gesamten Gesellschaft und einer prosperierenden Zukunft ist, wird umgesetzt.“ Das teilte die Pressestelle des Zentrums für Entwicklungsstrategie der Republik Usbekistan mit.

Beitrag: Frank Pfuhl; Titelbild: Büro des Usbekischen Präsidenten; Fotos: Volker Neef

Empfohlene LINKS:
WIKIPEDIA - UN WomanListe von Ländern nach dem Frauenanteil im Landesparlament
BMFSFJBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
bpb - Bundeszentrale für politische BildungGender-Datenreport
Deutscher Bundestag - Teilhabe von Frauen an Führungs­positionen
Europäisches Parlament - Gleichstellung von Männern und Frauen
UN WOMANWomen's leadership and political participation

Empfohlene Literatur: USBEKISTAN-ONLINE • Mediathek
• Gender in Modern Central Asia
• Constructing the Uzbek State
• The New Woman in Uzbekistan
• Women, Islam, and Identity
• "
Religion ist not so strong here

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Deutsche Kirche Taschkent

Kirchenfenster_GB Kirchenfenster Evang.-Luth. Kirche Taschkent
Im Zentrum von Taschkent, in der Nähe des Amir-Timur Platzes, etwas abseits vom Trubel und Hektik des Alltags, befindet sich im Schatten jahrhundertealter Bäume, ein für örtliche Verhältnisse, ein ungewöhnliches Gebäude. Der Baustil erinnert äusserlich mehr an ein fürstliches Schloss als an einen Sakralbau, einen christlichen Ort. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der christlichen Gemeinde ist das Kreuz auf dem Kirchenturm. Die architektonische Kostbarkeit wurde im Jahr 1899 im gotischen Stil erbaut, ist die „Deutsche Kirche" in Usbekistan. Sie ist die einzige Evangelisch-Lutherische Kirche in Taschkent.

Ursprünglich war die Kirche mit einem für den Orient ungewöhnlichen Musikinstrument ausgestattet, mit einer Orgel, die damals einzige Pfeifenorgel in ganz Zentralasien. Die Kirche hat wie die Gründung der Religionsgemeinschaft eine bewegte Geschichte, ist eng verbunden mit der Geschichte der deutschen Bevölkerung in Usbekistan.

Deutsche Traditionen haben in Usbekistan eine lange Geschichte. Bereits im letzten Jahrhundert gab es in dieser Zeit in Taschkent eine große Anzahl lutherischer Deutscher, die den Truppen des zaristischen Russlands als Einwanderer aus der Wolga-Region dienten. (siehe Wolgadeutsche)

Die Menschen deutscher Abstammung kamen in vier großen Wellen nach Mittelasien. Manchmal freiwillig bzw. gezwungener Maßen. Zunächst waren es Angehörige der mennoitischen Glaubensgemeinschaft, deren Vorfahren ursprünglich aus Deutschland nach Russland ausgewandert waren, sie suchten im 17. Jahrhundert vor religiöser Verfolgung im Zarenreich eine neue Heimat. (siehe Geschichte der Mennoiten)

In der zweiten Welle kamen durch die russische Eroberung Mittelasiens (Russische Kolonialzeit ab 1868, Khanat CHIWA - Russisches Protektorat ab 1873) Deutsche, die im Dienst des Zaren standen, u.a. Deutsch-Balten nach Taschkent. Bemerkenswert ist, das zwei Generalgouverneure in Turkestan, Konstantin von Kaufmann (1818-1882) und Frommhold Nikolaj von Rosenbach (1836-1901) deutsche Wurzeln hatten, so dass viele Deutsche bzw. deutschstämmige Beamte, Geschäftsleute und Siedler ebenfalls nach Taschkent umsiedelten.

Deutsche Unternehmer gründeten eine erste Brauerei und Molkerei, eine Wurstfabrik, etablierten das Apothekengeschäft. Für den Bau der Taschkenter Sternwarte wurde der russlanderfahrene Münchner Astronom Franz von Schwarz mit dem Aufbau des Observatoriums beauftragt. Über seinen fünfzehnjährigen Aufenthalt in Taschkent verfasste er nach seiner Rückkehr nach München im Jahr 1900 das Buch TURKESTAN, Wiege der indogermanischen Völker, mit einer umfassenden Beschreibung der Lebensbedingungen in Mittelasien zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Die dritte Welle, kam mit dem Ersten Weltkrieg, als viele Kriegsgefangene aus Deutschland, vor allem aus Österreich/Ungarn in Lagern in Mittelasien, beispielsweise in Taschkent, Samarkand und Kottaqo´rg´on untergebracht wurden.

In der durch Stalin verursachten ethnischen Deportation während des Zweiten Weltkriegs kam es zur letzten, vierten Welle, als ganze Völkerschaften nach Sibirien, Zentral-und Mittelasien umgesiedelt wurden. Die letzte Welle betraf die Wolgadeutschen. Stalin befürchtete Kollaborateure und befahl die "Säuberung" und Zwangsumsiedelung.

In der Stadt Taschkent ist die Evangelisch-Lutherische Kirche besser als „Nemezkaja Kirkha“, Kirche der Deutschen, bekannt.

Das Innere der Evangelisch-Lutherischen Kirche ist bescheiden ausgestattet, ein ruhiger und besinnlicher Ort. Der Altarraum ist mit baltisch-blau bemalten Spitzbögen und Ornamenten hervorgehoben, die Wände zieren hochgezogene, bunte Lanzettenfenster, die ein helles und warmes Licht in den Gebetsraum ausstrahlen. Der zentrale Platz in der Evangelisch-Lutherischen Kirche ist wie bei den Katholiken der Altar und das Kreuz, Symbol für die Erlösung. Im Zentrum des Altarraums befindet sich das biblische Bild des „Guten Hirten" ["Ich bin der gute Hirte" (Joh. 10, 11)]. Einen speziellen Platz nehmen die traditionellen Darstellungen wie Kreuzigung, das heilige ewige Licht (rote Öl-Lampe), Kerzen und die Kanzel bzw. das Rednerpult ein.

Im Gegensatz zu den Russisch-Orthodoxen Kirchen gibt es keine heiligen Reliquien und Ikonen. Stattdessen befinden sich Schaubilder mit spirituellen Sprüchen in deutscher Sprache auf einigen Bilderrahmen. An der Wand vor dem Altarraum befindet sich links, bzw,. rechts zwei Tafeln mit dem Gebet des Vaterunsers, in Deutsch und in Russisch.

Die Mittel für den historischen Bau wurden vom berühmten Arzt und Botaniker Karl Hieronymus Krause aus Taschkent bereitgestellt, der mehrere Apotheken in der Stadt unterhielt. Er war für seine Schirmherrschaft über die Künste bekannt. Übrigens wurden dank des großen Gönners Krause in Taschkent eine Vielzahl bemerkenswerter Bauwerke errichtet.

Wie die übrigen Gebäude im kolonialen Turkestan wurde die Kirche aus braun-gelben Backsteinziegeln gebaut, die im Geiste der baltischen Kirchenarchitektur angelegt wurden: Der Baustil bezieht sich auf die neugotische Architektur. Der Architekt der Kirche war Alexej Benois, eine weitere Ikone in der Geschichte von Taschkent. A. L. Benois war aktiv am Entwurf und Bau von Kirchen in den Städten Zentralasiens beteiligt und demonstrierte die hohe grafische Kompetenz des Architekten in seinen eigenen handgefertigten Zeichnungen.

In den frühen 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden auf Initiative des Predigers K. H. Frühauf in Taschkent Mittel für den Bau eines lutherischen Gebetshauses gesammelt. Zusätzliche Spenden, oft große Summen, für den Bau und die Innenausstattung des Kirchengebäudes kamen von vielen wohlhabenden Bewohnern von Taschkent, einschließlich orthodoxer Christen und Muslime: Die Liste enthält Namen wie Arif-Khoja Azis-Khodzhinov (100 Rubel), M. und N. Fedorovs (30 Rubel), E. Ilyin (25 Rubel) und andere.
Es wurde ein Wettbewerb für das beste Projekt ausgeschrieben, an dem auf Entscheidung der Gemeindemitglieder auch der ehemalige Katholik A. L. Benois teilnahm. 1881 entwickelte er das ursprüngliche Design der Kirche, das er bis 1896 weiter verfeinerte. 1899 wurde der Bau des Gebäudes abgeschlossen, in dessen Architektur die Motive der baltischen Gotik verwendet wurden. Der Eingang zur derzeit funktionierenden Kirche wird durch einen hohen Glockenturm mit einem Turm betont, hinter dem sich ein Gebetshaus mit hohen Lanzettenfenstern befindet.

Die feierliche Einweihung der Kirche in der Schukowskaja-Straße fand am 3. Oktober 1899 statt. Der Generalgouverneur des Territoriums, Sergei Dukhovsky, der als Ehrengast zur Feier eingeladen wurde, reagierte sehr negativ auf die Tatsache, dass alle Gottesdienste auf Deutsch durchgeführt wurden, der Muttersprache der meisten Gemeindemitglieder.

Ein Jahr später eröffnete Pastor Justus Jürgensen eine Kirchenschule. Die Zunahme der Zahl der Gläubigen führte 1901 zur Eröffnung von Zweiggemeinden im Laufe der Jahre. Ashgabat und Samarkand und 1907 - in Navoy, Margelan und Kokand. 1907 wurde in Aschgabat eine lutherische Kirche errichtet, das zweite protestantische religiöse Gebäude in Turkestan. Bis 1912 gab es allein in der Region Syr-Darya bereits 1.595 Mennoniten und 6.033 Lutheraner und Gläubige anderer protestantischer Kirchen.

In der Sowjetzeit teilte die Kirche das Schicksal aller Kirchengebäude: Es wurde lange Zeit zweckentfremdet. Ende der 1970er Jahre wurde das Gebäude an das Konservatorium von Taschkent übergeben und beherbergte nach der Restaurierung ein Opernstudio des Wintergartens.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte Usbekistan am 31. August 1991 seine Unabhängigkeit. Mit der Gründung der Republik Usbekistan und Verfassung am 29. Dezember 1992 wurde das rechtliche Fundament zur Erneuerung und Toleranz gegenüber nicht-moslemischen religiösen Gemeinschaften gelegt. (siehe ZAOERV.de Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht - Die Verfassung der Republik Usbekistan, Religionsfreiheit Art. 31, die Trennung von Staat und Religion sowie das staatliche Neutralitätsgebot sind in Art. 61 verankert, PDF)

Bereits 1 Jahr nach der Gründung der Republik Usbekistan, am 8. September 1992 erfolgte die Registrierung der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Taschkent; am 3. Mai 1993 wurde die Anordnung des Ministerkabinetts über die Übergabe des Kirchengebäudes für seine Nutzung erteilt, das Objekt an die neugegründete Lutherische Gemeinde zurückgegeben, die heute mehr als 200 Gemeindemitglieder hat. Die meisten von ihnen sind Deutsche.

Der amtierende Gemeindepfarrer wird von den Gemeindemitgliedern gewählt, muss keinen Initiationsritus wie bei den Katholiken bestehen. Während der Messe trät der/die PastorIn liturgische Gewänder. Der Hauptteil der lutherischen Liturgie der Messe ist die Liturgie der Gläubigen (Anaphora). Während des Gottesdienstes singen die Gemeindemitglieder u.a. deutsche Kirchenlieder. Das Innere der Kirche ist bescheidener geschmückt als in der Polnisch-katholischen Kirche.

Chronik der Evangelischen-Lutherischen Kirche, nach einem Bericht des ehemaligen Bischofs Kornelius Wiebe (Amtszeit 1994-2015)

Die historische Entstehung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Zentralasien wurde durch die Eroberung dieses Gebietes von dem Russischen Imperium in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verursacht. Den bedeutendsten Teil der Russischen Militär- und Zivilverwaltung der Region stellten die Zugewanderten aus Deutschland, den Baltischen Staaten, aus Schweden dar, sie brachten ihre religiösen Ansichten mit, den Evangelisch-Lutherischen Glauben. In den 70-er Jahren wurden die Kontakte zwischen den Lutheranern von Taschkent und dem Pfarrer Frühauf aus der Gemeinde von Orenburg geknüpft.

1877 wurde der Gemeinderat festgelegt, 1879 begannen die Lektorgottesdienste und am 12. Januar 1885 wurde die Gemeinde von den Behörden offiziell registriert. In der Geschichte der Kirche werden Personen genannt, die am Ursprung der Entstehung der Evangelisch-Lutherischen Kirche standen, ihnen verdanken die Gemeinde die Errichtung der Kirche, dessen 100-jähriges Jubiläum 1996 gefeiert wurde.
Der Präsident des 1. Rates Arkadij von Weinberg war Staatsrat. Die Mitglieder des Gemeinderats waren der Hofrat Robert Pfennig, der Kollegiumasessor Woldemar Leutner, der Provisor Jeronim Krause und der Erbehrenbürger Alexander Keller. Alexander Keller war vorab der Küster und erfüllte alle Verpflichtungen des Kirchendieners.

Am 8. Juli 1892 bekam die Gemeinde einen Gemeindepfarrer. Dieser wurde Justus Jürgensen, der am 9. Dezember 1864 in der Familie eines Försters in Kurland geboren wurde. Er beendete im Jahre 1890 sein Studium und wurde am 1. September ordiniert. Er hatte ein langes, schweres Leben und war ganz im Dienste Gottes. Seine Kirchgemeinde befand sich auf einem gewaltigen Territorium, dazu gehörte der Bereich von Turkestan und das Gebiet jenseits des Kaspischen Meeres. Die Lutheraner lebten damals in Taschkent, in der deutschen Gemeinschaft Konstantinovka, in der Siedlung Soldatskoje, in der deutschen Gemeinschaft Orlovo bei Aulie-Ata und in Aulie-Ata, in Dshisack, Hodshent, Ura-Tube, Samarkand, Katta-Kurgan, Novaja Buchara, Tschardshuj, Kerki, Peter-Archangelsk, Dargan-Ata, Merva, Iolatan, Kuschka, Tedshen, Aschabad, Serachs, Krestovka, Saratovka, Kisil-Arvat, Kasandshick, Krasnowodsk, Kokand, Margilan, Namangan und Andischan.

Für den Besuch der einzelnen Gemeinden benötigte der Pfarrer bis zu 90 Tage im Jahr. Wenn man sich noch den Zustand der Straßen oder, besser gesagt, ihr komplettes Fehlen und das Klima betrachten soll, dann wird klar, was für ein Leben dieser gebildete, intelligente Mensch hatte.
Justus Jürgensen (*9.12.1864 - † 16.12.1932) begann 1892 seinen Dienst in Turkestan, das damals die heutigen Staaten Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgistan und Südkasachstan umfasste und erledigte eine ansehnliche Arbeit: in vielen Gemeinden wurden Grundschulen geöffnet, allerorts auch Sonntagsschulen. Viel Aufmerksamkeit wurde bei der Deutschen Bevölkerung auf das Erlernen der Muttersprache gerichtet, auch heutzutage wird das getan. In der Kirche wurde auch diakonische Arbeit durchgeführt, es existierte ein Frauenverein, der wohltätiges Mittagessen für alle armen Bewohner von Taschkent veranstaltete, die zum größten Teil aus Einwohnern, den Muslimen, bestanden.

Das Geld für wohltätige Zwecke stammte aus dem Verkauf von Gemüse und Obst vom Grundstück, das der Kirchgemeinde Taschkents gehörte. Es befand sich auf dem Territorium der Kirche und erstreckte sich bis Salar, wo die Schwestern des Frauenvereins Obst und Gemüse anbauten.
All das machte und macht die Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan, uneigennützig hilft sie den Bedürftigen. 1905 betrug die ganze Kirchgemeinde 4065 Mitglieder, unter ihnen waren 3.776 Deutsche, 100 Esten, 150 Letten, 12 Polen, 10 Litauer und 15 Schweden.
Die Kirche feiert, auch wie die Gemeinde, zweimal Geburtstag. Gleich nach der Errichtung des Rohbaus und des Daches wurde in einem nicht verputzten Raum, ohne Fußbodenbelag mit der Durchführung der Gottesdienste begonnen. Das war Mitte Dezember 1896, die Weihung und die feierliche Eröffnung der Kirche aber fand am 19. Oktober 1899 statt.

Die Revolutionsereignisse des Jahres 1917 brachten bedeutende Veränderungen in das religiöse Leben der zentralasiatischen Völker mit. Es veränderte sich ebenfalls die Lage der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Es waren die Verordnung "Über die Trennung der Schule von der Kirche und der Kirche von der Schule", die Massenemigration der Gemeindemitglieder, ihre Verarmung durch die Massenenteignung. Die Kirchendiener verblieben ohne Unterstützung. Die Familie Jürgensen verdiente ihren Unterhalt mit dem Unterrichten der deutschen Sprache. Die Anzahl der Gemeindemitglieder sank schlagartig, aber die Kirche bestand dennoch.

1929 wurde die Tätigkeit des umherreisenden Pfarrers durch das Dekret über die religiösen Organisationen verboten, und die meisten Gemeinden blieben ohne Pfarrer. Die Tätigkeit von Jürgensen wurde zuerst in nahe gelegenen Umgebung und dann ausschließlich auf Taschkent begrenzt. Trotz der begonnenen maßlosen Kampagne der atheistischen Propaganda und anderen Schwierigkeiten, zählte die Kirchengemeinde im Jahre 1932 2.000 Gemeindemitglieder. Die große Anzahl von Gemeindemitgliedern konnte man zu jener Zeit als Verdienst des Pfarrers einschätzen.

Am 16. Dezember 1932 ist der Pfarrer Jürgensen im Alter von 67 Jahren an jenem Ort gestorben, wo er 41 Jahre lang diente. Nach dem Tod von Jürgensen kam der Pfarrer Heinrich Behrendts aus Leningrad nach Taschkent. Aber sein Dienst dauerte nicht lange. Der letzte Pastor Heinrich Behrendts wurde im Herbst 1937 unter dem Vorwurf konterrevolutionärer Tätigkeit verhaftet und starb im Arbeitslager.
Danach versuchte Rudolf Binder die Gottesdienste weiter durchzuführen, auch er wurde verhaftet. Andere Personen, die die Gemeinde unterstützen wollten, wurden ebenfalls verhaftet.

Ende 1937 wurde die Kirche geschlossen. Es begannen die schwarzen Jahre des Stalinterrors. Das Schicksal der Kirche war ebenso dramatisch: Das Kreuz wurde von der Kirche abgenommen, nach der Schließung im Jahre 1937 und bis zum Zweiten Weltkrieg stand sie leer. In den Kriegsjahren befand sich hier ein Lagerhaus. Danach wurde sie umgebaut, die Kirche bestand nun aus zwei Etagen, hier wurde die Geologieverwaltung untergebracht. Die nächste Etappe der Verunglimpfung ist die Eröffnung eines Hundezüchterklubs im Kirchengebäude und dann eines Milizionärswohnheims. Die Kirche wurde einige Male in Brand gesetzt.

Nach dem Erdbeben im Jahre 1966 wollte man sie zerstören, aber später, im Jahre 1977 wurde das Kirchengebäude von dem Ministerium für Kultur für das Taschkenter Konservatorium wieder aufgebaut und aufgrund seiner hervorragenden Akustik für Orgelkonzerte genutzt.

Unter der äußerlich kalten Asche glimmte der Funke des Gottes, leuchtete mehr und mehr auf, und als der Propst Kalnin im Jahre 1975 Usbekistan besuchte, traf er auf die vollkommenen Evangelischen Gemeinden in Tschirtschik und Angren; 1978 kamen noch Samarkand, Gasalkent und Fergana hinzu.

Im Herbst 1990 wendete sich Viktor Horn, der Vorsitzende der Deutschen Kulturgemeinschaft "Wiedergeburt", an das Ministerium für Kultur von Usbekistan mit der Bitte, die Durchführung der Gottesdienste im Kirchengebäude zu erlauben. Man erhielt die Erlaubnis und am 16. Dezember 1990 fand hier der erste Gottesdienst statt. Damals wussten wir noch nicht, dass es der Todestag des Pfarrers Jürgensen († 16.12.1932) war. Jetzt schätzen wir dieses Zusammenfallen als Zeichen des Gottessegens ein.

Und tatsächlich folgte ein freudiges Ereignis auf das andere: am 8. September 1992 war die Registrierung der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Taschkent; am 3. Mai 1993 wurde die Anordnung des Ministerkabinetts über die Übergabe des Kirchengebäudes für seine Nutzung erteilt; am 28. August 1994 beendeten die Gemeindemitglieder Renovierung und Restauration des Kirchengebäudes, die vier Monate lang dauerten; am 14. Dezember 1994 wurde das Kreuz auf dem Turm des Kirchengebäudes wieder aufgestellt. Im Dezember 1996 wurde das 100-jährige Jubiläum der Kirche groß gefeiert.

Gemeindemitglieder der Taschkent-Kirche sind hauptsächlich Taschkent-Deutsche. Heute zählt die lutherische Gemeinde in Taschkent über 200 Gemeindemitglieder und etwa hundert Gemeindemitglieder in Fergana. Gottesdienste werden in russischer und deutscher Sprache abgehalten. Die Kirche wird von ihren deutschstämmigen Nachkommen als auch von Ausländern besucht.

Kornelius Wiebe, Pastor-Vorsitzender der DELG in Taschkent
Geb. 19. Oktober 1955 in der Siedlung Urusu, Tatarische ASSR, Sowjetunion; deutschstämmig und entstammte einer mennonitischen Familie; † 22. Juni 2015 in Taschkent. 
Am 19. Oktober 1994 trat er in der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Usbekistan seinen Dienst an. Er war Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Usbekistan im Verbund der Evangelisch-lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien.

Am 27. November 2017 fand im Hauptauditorium des Russischen Dramatheaters in Taschkent eine beeindruckende Zeremonie statt, zum Gedenken an den Beginn der Reformation, die durch die Veröffentlichung von Luthers fünfundneunzig Thesen ins Leben gerufen wurde. Zu den Teilnehmern gehörten Protestanten aller Konfessionen aus allen Teilen Usbekistans, darunter Lutheraner, Calvinisten, Siebenten-Tags-Adventisten, Pfingstler, verschiedene evangelische Gemeinden und Mitglieder der "Jünger Christi" (Teil der in den USA ansässigen "Wiederherstellungsbewegung").

Die Lutheraner in Usbekistan erhielten auch Grüße und Botschaften der Unterstützung und Gemeinschaft von Protestanten in der gesamten GUS sowie aus Europa und Amerika. Somit war die Veranstaltung nicht nur ein Dank für Luthers Leben und Werk, sondern markierte auch eine neue Etappe in der Geschichte der protestantischen Gemeinden in Usbekistan sowie die Wiederbelebung ihrer Beziehungen zur weiteren christlichen Welt. Außerdem, die Tatsache, dass diese Feierlichkeiten der Reformation in einem so öffentlichen Umfeld in Taschkent stattfanden, zeugte von der engen Arbeitsbeziehung, die diese Gemeinschaften zu den usbekischen Staatsbehörden aufgebaut haben - ganz anders als bei herkömmlichen Darstellungen von Christen in Usbekistan. Dieser Geist der Zusammenarbeit wurde durch den ökumenischen protestantisch-katholischen Gottesdienst am 22. Januar 2018 in der römisch-katholischen Kirche in Taschkent weiter verdeutlicht. Es zeigte auch die freundschaftlichen, respektvollen Beziehungen zwischen Christen, Muslimen und anderen Glaubensgemeinschaften.
(Shirin Akiner , Januar 2018, London)

Beitrag: G. Birkl; Titelbild: Kirchenfenster Evangelisch-Lutherische Kirche Taschkent G. Birkl

Adresse Evangelisch-Lutherische Kirche Taschkent:
37-51 Sadik Azimov Street, Tashkent 100000, Usbekistan
Gemeinde: Pastorin Lyudmila Schmidt; Ehemann Victor Schmidt
Tel.: +998909902516
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Empfohlene LINKS:
BKDR Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen in Russland
BKDR Virtuelle Rundgänge Virtueller Rundgang Taschkent Kirche

WIKIPEDIA
Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan | Mennoniten
Russlanddeutsche | Wolgadeutsche
Ethnische Deportationen in der UdSSR | Gulag
Gustav-Adolf-Werk | „Unsere Kirche ist für alle offen" (PDF)

Konstantin Petrowitsch von Kaufmann | Frommhold Nikolai von Rosenbach
Alexeï Leontievitch Benois (russisch: Алексе́й Лео́нтьевич Бенуа́)
Franz von Schwarz - Turkestan im Leben und in wissenschaftlichen Werken des deutschen Astronomen Franz von Schwarz
Franz Xaver von Schwarz und die kritische Zeit in der Geschichte des Geomagnetischen Observatoriums München (PDF)

Mennoitische Geschichte und Ahnenforschung
Krieger - Geschichte der Wolgadeutschen
Historische Aufnahmen - Old Tashkent

ELKRASPartnerkirchen Evangelische Kirche in Deutschland
Bund der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Russland, der Ukraine, Kasachstan, den Republiken Mittelasiens und im Südlichen Kaukasus (ELKRAS)
Martin-Luther-Bund - Das Diasporawerk der VELKO - Feierlichkeiten

Koschyk besucht die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Taschkent
DVV-International - ZEUGEN DER STALINSCHEN REPRESSIONEN IN TASCHKENT: ARCHITEKTUR UND MENSCHEN
British-Uzbek SocietyReports and CommentsLutheran Church in Tashkent

Evangelisch-Lutherischne Kirche nach der Renovierung 2021; Foto: BKDR

Kirchenportal Evangelisch-Lutherische Kirche Taschkent; Foto: G.Birkl, 2012

Kirchenschiff und Altar; Foto: G. Birkl 2012

Altar, rechts unten Bild von Pastor J. Jürgensen; Foto: G. Birkl

Foto: G. Birkl - Zum Gedenken - Deportation der Deutschen
Am 28. August 1941 wurde ein Ukas des Obersten Sowjets der UdSSR erlassen. Die gesamte deutsche Bevölkerung wurde pauschal der Kollaboration für schuldig befunden. Bald darauf wurde die Wolgadeutsche Republik aufgelöst und die deutsche Bevölkerung deportiert. Die meisten brachte man nach Kasachstan und Sibirien. Dort unterstanden sie 1956 einer sogenannten Kommandantur mit strengen Meldepflichten, Ausgangsbeschränkungen und Diskriminierungen. 

Die Männer im Alter von 15 bis 55 Jahren wurden in die sogenannte Trudarmee eingezogen. Ab 1942 wurden auch massenhaft Frauen zwischen 16 und 45 Jahren in die Arbeitsarmee gesteckt. Sie mussten Schwerstarbeit beim Bau von Industrieanlagen, Eisenbahnbau und Schiffsanlagen, im Bergbau oder beim Holzfällen verrichten. Viele sind in dieser Zeit verhungert, erfroren oder ermordet worden.

Bischof Kornelius Wiebe und Besuch aus Deutschland, Foto: G. Birkl

Altarraum nach der Renovierung, 2021; Foto: BKDR

Gebetbuch; Literatur Deutsch/Russisch; Foto: G. Birkl

Gebetstafeln in der Kirche, Links in Deutsch, rechts in Russisch; Foto: G. Birkl

Karte der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinden in Usbekistan; Foto: G. Birkl

Historisches Dokument, Genehmigung 1905; Foto: G. Birkl

Deutsche Traditionen, Chor mit deutsch/russischen Liedern. Foto: K. Wiebe

Bunte Lazettenfenster erhellen den Kirchenraum; Foto: G. Birkl

Tafel mit Sinnspruch: Foto: G. Birkl

Grabstein des ersten Lutherers in Taschkent, Pastor in Turkestan, Justus Jürgensen wurde 1932 auf dem Botkin-Friedhof in Taschkent beigesetzt. Foto: Kornelius Wiebe

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Usbekistan genehmigt Diplome von TOP-1000 Universitäten ohne zusätzliche Prüfungen

diplom Diplom-Anerkennung TOP-1000 Universitäten

Die staatliche Aufsichtsbehörde für Qualitätskontrolle im Bildungswesen hat die Liste der TOP-1000-Universitäten der Welt veröffentlicht, deren Diplome in Usbekistan ohne zusätzliche Prüfungen anerkannt werden. 

Nach Angaben der Aufsichtsbehörde wurde die neue Liste für 2021 durch die Entscheidung des Ministeriums für Hochschul- und Sekundarschulbildung am 24. März 2021 genehmigt.

Auf dieser Grundlage werden Diplome der weltweit TOP-1000-Hochschuleinrichtungen, die in den international anerkannten Quacquarelli Symonds World University Rankings, Times Higher Education und dem akademischen Ranking der Weltuniversitäten enthalten sind, direkt in Usbekistan anerkannt.

Aneignung von Diplomen deutscher Universitäten
International anerkanntes QS - Quacquarelli Symonds World University Ranking (offizielle Website: www.topuniversities.com) ist in der Liste der Top 1000 der von der Organisation angekündigten Rangliste der Hochschuleinrichtungen enthalten sowie eine Liste der Hochschuleinrichtungen für 2021, deren Bildungsdokumente direkt (ohne Tests) bezogen werden.

Vollständige Liste der Anerkennungen (PDF-Dokument)

Quelle/Foto: kun.uz;
Liste der deutschen Hochschulen in Deutschland/ Ranking: G. Birkl

Empfohlene LINKS:
QS World University Rankings 2021
Times Higher Education (THE)
ACADEMIC RANKING OF WORLD UNIVERSITIES (ARWU)
Studieren in Deutschland
Hochulkompass
Studis-online
Studieren.de
NUMBEO • Lebenshaltungskosten in deutschen Städten

RANKING QS/ UNIVERSITÄT Deutschland


THE - Times Higher Education (offizielle Website: www.timeshighereducation.com) ist eine der 1.000 besten Universitäten der Welt im Ranking der Hochschuleinrichtungen

RANKING THE/ UNIVERSITÄT Deutschland

32 LMU Munich
41 Technical University of Munich
42 Heidelberg University
75 Charité - Universitätsmedizin Berlin
79 University of Tübingen
81 Humboldt University of Berlin
83 University of Freiburg
87 University of Bonn
108 Goethe University Frankfurt
108 RWTH Aachen University
119 Free University of Berlin
130 University of Göttingen
135 University of Hamburg
141 University of Mannheim
142 Technical University of Berlin
143 Ulm University
144 University of Würzburg
145 University of Cologne
154 TU Dresden
158 Bielefeld University
190 University of Muenster
199 University of Erlangen-Nürnberg
212 University of Duisburg-Essen
217 University of Hohenheim
221 Karlsruhe Institute of Technology
264 Friedrich Schiller University Jena
269 Jacobs University
270 University of Kiel
271 University of Konstanz
275 University of Leipzig
278 University of Mainz
281 University of Potsdam
283 Ruhr University Bochum
310 University of Greifswald
314 Heinrich Heine University Duesseldorf
314 Johannes Gutenberg University of Mainz
320 University of Marburg
326 University of Passau
340 Technical University of Darmstadt
353 University of Bayreuth
385 University of Stuttgart
391 University of Ulm
411 University of Bremen
422 Hannover Medical School
445 Justus Liebig University Giessen
456 Technical University Darmstadt
467 University of Bochum
474 University of Jena
498 Technical University of Dortmund
544 Saarland University
549 Leibniz University Hannover
566 University of Halle-Wittenberg
582 University of Regensburg
585 University of Rostock
658 Technical University of Braunschweig
669 Hamburg University of Technology
682 University of Magdeburg
693 University of Kaiserslautern
778 University of Giessen
778 University of Siegen
783 University of Kassel
786 University of Luebeck
801 University of Wuppertal
862 Ilmenau University of Technology
883 University of Oldenburg
940 Leuphana University Luneburg

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Neue Hoffnung und Hilfe für die Aralsee-Region

Invest_Aral_sea_Area Hilfe für die Aralsee-Region

Deutschland investiert 8 Millionen Euro in die wirtschaftliche Entwicklung der Aralseeregion

Landwirtschaftsminister Jamshid Khodjayev und Projektleiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Paul Schumacher unterzeichnet eine Vereinbarung über die Umsetzung des Projekts „Ökologisch orientierte Regionalentwicklung in der Aralseeregion“.
Es unterstützt die Regierungen Usbekistans und Kasachstans bei der Erreichung einer nachhaltigen ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklung in der Aralseeregion.
Das Konzept des neuen Projekts entspricht den Hauptprioritäten der Agrarentwicklungsstrategie 2030 und spiegelt auch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung wider.

„Die Hauptkomponenten des neuen Projekts umfassen die Bereitstellung von Beratungsdiensten, Digitalisierung, Fernerkundung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und andere. Wir sind auch offen für den Informationsaustausch mit unseren Nachbarn aus Kasachstan. Ich bin sicher, dass dieses Projekt und unsere eigenen Entwicklungspläne es uns allen ermöglichen werden, produktive Ergebnisse zu erzielen“, sagte Landwirtschaftsminister Jamshid Khodjayev.

Das vierjährige Projekt mit einem Budget von 8 Mio. EUR wird auf der Grundlage eines integrierten Ansatzes für die wirtschaftliche Entwicklung unter Berücksichtigung der Minimierung negativer ökologischer und sozialer Auswirkungen durchgeführt.

Quelle/Foto: KUN.uz

Empfohlene LINKS:
WIKIPEDIA - ARALSEANördlicher AralseeWestlicher Aralsee | Kokaral-Damm | Aralkum | Amudarja
WIKIPEDIA - Aral Sea 1989-2008 | WIKIMEDIA - Shrinking Aral Sea 2000-2018

Welt.de Erst verschwindet das Wasser, dann der Mensch
Eurasianet - China's water use threatens Kazakhstan's other big lake
USBEKISTAN-ONLINE - Initiative GRÜNER ARALSEE - Pflanzen eines Waldes auf dem Aral Meeresboden

#GreenAralSea

Empfohlene Literatur:
USBEKISTAN-ONLINE - MEDIATHEK - Aral Sea Area

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Auswandern nach Usbekistan - 320 Sonnentage - stahlblauer Himmel - edle Früchte

willkommen_in_usbekistan Willkommen in Usbekistan
Warum nach Usbekistan auswandern?
Vorteile, Stereotypen und echte Schwierigkeiten des Lebens – ein Land mit den Augen von Nicht-Einheimischen betrachten.


Woher kommst du, Bruder? Wie man nach Usbekistan umzieht und nicht enttäuscht wird!

Im Jahr 2020 stiegen die Suchanfragen nach "Wie man ins Ausland umzieht" – trotz der Pandemie um 39 Prozent. Der Umzug in ein anderes Land oder eine andere Stadt, was welchen Gründen auch immer jemanden motiviert - ein bestimmtes Ziel, eine erzwungene Notwendigkeit, eine gute Gelegenheit oder ein großer Traum - auszuwandern, das ist ein schwieriger Prozess, der von vielen Nuancen, unvorhergesehenen Kosten und Fallstricken begleitet wird.

Am häufigsten möchten Menschen in Länder mit einer entwickelten internen Infrastruktur umziehen – nach Kanada, USA, Deutschland, Großbritannien oder Japan. Aber warum jemand nach Usbekistan auswandern möchte, ist eine viel interessantere Frage.

Usbekistan als neue Residenz
Usbekistan war lange Zeit ein eher geschlossenes Land mit einem harten Regime, aber in den letzten Jahren hat sich die Situation deutlich verbessert. Steuer- und Währungsreformen haben das Investitionsklima beeinflusst, und jetzt sehen einige internationale Unternehmen die Region als vorteilhaft für die Umsetzung von Geschäftsideen an.

So kam es im Land zu einem erheblichen Mangel an hochqualifiziertem Personal – es besteht eine offensichtliche Nachfrage nach Top-Managern, Geologen, Ingenieuren, Öl- und Gasarbeitern und einfach kompetenten Managern. Daher hat die Regierung in den letzten Jahren die Beschäftigung von Ausländern unterstützt – für sie wurde die Einkommensteuer gesenkt, das Verfahren zur Erteilung von Genehmigungen wurde abgeschafft und die Vertragslaufzeit auf drei Jahre erhöht.

Günstiges mildes Klima, niedrige Lebenshaltungskosten im Ausland und andere Faktoren scheinen für Ausländer attraktiv zu sein. Was bedeutet das in der Realität? Ein Interview von HOOK, mit den Familien der Expats, die erzählen, was die Migranten in der Praxis bedeutet.

„Es gibt noch vieles nachzuholen“ 

Foto: Ilya Buyanovsky

Familie aus Belarus, mit drei Kinder, lebt seit fünf Monaten in Taschkent.
Der Ehemann führte ein weiteres Interview in einer Firma in Usbekistan, teilt mit: zunächst haben wir den Vorschlag Auszuwandern nicht ernst genommen. Informationen über das Land waren rar, hauptsächlich aus Wikipedia. Ein zentralasiatisches Land mit alten Traditionen, in dem es sehr heiß ist und viele getrocknete Früchte - das ist war unser Wissen.
Wir stimmten zu, auszuwandern, weil uns finanzielle Bedingungen, die Möglichkeit für berufliches Wachstum und neue Erfahrungen anzogen.

Der erste Eindruck war definitiv seltsam. Wir hatten das Gefühl, dass wir 15 Jahre in die Vergangenheit gereist sind. Ich war beeindruckt von dem starken Kontrast in verschiedenen Bereichen – reiche Paläste und zerfallende Wohngebiete, niedrige Löhne und hohe Preisen für Alles, kleine Autos unserer eigenen Produktion, die die Mehrheit bilden, und Premiumautos. Wie das Sprichwort sagt: „Fühle den Unterschied!“.

Obst und Gemüse sind hier wirklich lecker, aber jetzt kann man in Belarus fast alles kaufen, also ist dies nicht der Hauptgrund für einen Umzug. Das Klima ist ziemlich schwierig für uns – trockene Luft, Staub, plötzliche Temperaturänderungen.
In Usbekistan müssen zunächst drei Bereiche entwickelt werden: Infrastruktur, Dienstleistungen und Bildung. Das niedrige Bildungsniveau stimmt uns besonders traurig und dennoch ist eine gute Bildung die Garantie für einen prosperierenden und starken Staat. Wir haben uns aus vielen Gründen für eine Privatschule entschieden, erhoffen uns aber ein besseres Ergebnis.

Es ist noch zu früh, um schon jetzt Schlussfolgerungen zu ziehen. Aber unsere Erwartungen kollidierten mit der Realität. Wie können wir Usbekistan in drei Sätzen beschreiben? „seit den 2000er Jahren noch einiges aufzuholen“, „Markt aktiv entwickeln“ und „der Orient verlangt ein Feingefühl“.

Eine Familie aus Litauen mit zwei Kindern, lebt in Taschkent seit anderthalb Jahren.
Ich bin ein vorsichtiger Mensch und treffe Entscheidungen nur, wenn ich mir ganz sicher bin, insbesondere wenn es darum geht, die ganze Familie über 4.000 Kilometer umzusiedeln. Deshalb habe ich mich zuerst umgesehen und nachgesehen, ob ein solches "Projekt" überhaupt möglich ist.
Das erste Mal war ich in Taschkent im Mai, als alles grün war und die Sonne am Himmel schien, mir war so als gäbe es in diesem Land überhaupt keine bewölkten Tage. Das ist es, was mir in erster Linie aufgefallen ist - die blühende Stadt und ihre Reinheit. Ich bin bereits nach Asien gereist, war in Indien und kann daher mit Sicherheit sagen, dass dies eine der saubersten Städte ist, die ich je besucht habe. Natürlich sollte beachtet werden, dass sie sich in der Stadt sicher fühlen, ruhig alleine gehen können und das einzige was ich zur Begrüßung gehört habe ist ein freundlicher Gruß als „Schwester“.

In den Läden fand ich fast alles, was wir zu Hause gewohnt sind und ohne das sich unsere Kinder ihre Ernährung nicht vorstellen können, sogar die bekannten litauischen Käsesorten "Dziugas" und Butter "Svalya". Was können wir über lokales Gemüse und Obst sagen! Zuerst, nachdem sie es probiert hatten, dachten die Kinder, sie wären mit Zucker versüßt, dabei liegt es am günstigen Klima und der Sonne - Köstlichkeiten!

Vor meinem Umzug kannte ich den Namen der Hauptstadt und die Fakten leider nur aus den Geschichten meines Vaters über seine Reisen nach Usbekistan im 1980iger Jahren. Er erzählt immer noch gerne, was für einen wunderbaren Pilaw und Pfirsiche die er in Andischan gegessen hat, wohin er mehrmals auf Geschäftsreise geschickt wurde. Alle Bekannten, denen ich über meine Entscheidung zum Umzug informiert hatte, wussten etwas mehr als ich.

Die Fragen, die mir bisher gestellt wurden und gestellt werden, lassen sich in drei Gruppen einteilen: „Ist dies eines der Länder, neben Kasachstan, Turkmenistan?“, „Welche Art von Wirtschaft gibt es dort?“.
Für alle meine Bekannten sind die Informationen über die Bevölkerung Usbekistans und insbesondere über Taschkent eine große Überraschung. Wenn wir uns mit den baltischen Ländern vergleichen, dort gibt es 3 Millionen Menschen in ganz Litauen, und hier in Usbekistan leben mehr als 33 Millionen Bewohner.
Wir haben uns darauf geeinigt, in erster Linie umzuziehen, weil dies für die Karriere meines Mannes wichtig war. Der Rest der Gründe ist eher emotional – ich fand die Tatsache fasziniert, dass Usbekistan ein ruhiges Land mit freundlichen Menschen ist, es gibt gutes Wetter und wunderschöne Berge, die nur eine Autostunde von der Hauptstadt entfernt sind.

Aber ich muss sagen, dass ich sofort nach dem Umzug und dem Beginn meines eigenen Lebens meine rosafarbene Brille absetzen musste. Ich erinnere mich an eine alte Anekdote, mit den Worten „Verwechsle Tourismus nicht mit Auswanderung“ endet. Ich habe zum Beispiel am Satz „Sie sind die Gäste unserer Stadt“ festgestellt. Preise für ein Produkt oder eine Dienstleistung sind sofort mehrmals gestiegen. Und wenn Sie sich mit den Einheimischen auf den genauen Zeitpunkt einigen, müssen Sie sich sofort mit einer Verzögerung von mindestens einer Stunde abfinden. Und mit der Tatsache, dass das Konzept von „Morgen“ sehr bedingt ist.
Ich bin es immer noch nicht gewohnt, auf dem Markt zu verhandeln, deshalb kaufe ich lieber in Geschäften ein. Aber das sind alles kleine Dinge im Vergleich zu der Begeisterung und die gute Laune der Einheimischen. Die Stimmung ändert sich zwar, wenn sie sich ans Steuer setzen – dann ist es, als ob eine Art "Grand Prix" auf der Straße beginnt und nur sie wissen, welchen Preis es gibt.
Ich glaube, dass der Staat den Menschen und ihren Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Ein weiteres schmerzhaftes Thema für mich ist die Ökologie. Hier wird zu viel Kunststoff verbraucht. Jeder Einkauf wird in eine separate Plastiktüte gelegt, und all dies ist noch in einer, um es stärker zu machen!.

Aber es gibt Dinge, die ich in Usbekistan sehr schätze. Ich genieße die Gelegenheit, die Kultur Zentralasiens kennenzulernen. Die Städte der Seidenstraße und historische Artefakte mit eigenen Augen zu sehen, live und nicht online, und mit Kunstkritikern zu sprechen, ist eine einzigartige Gelegenheit. Und was sind die handgefertigten Teppiche und Stoffe! Ich verpasse keine Gelegenheit, mit Meistern zu kommunizieren, die sich mit ihrem Handwerk, ihrer Kreativität und ihrem Alltag auskennen. Eine interessante Tatsache, die unsere scheinbar unterschiedlichen Regionen verbindet, ist, dass usbekische Meister in der Sowjetzeit oft die Geheimnisse der Keramik in den baltischen Ländern lernten. Wenn ich jetzt die anmutigen Tonskulpturen im Taschkent-Museum betrachte, erkenne ich die Merkmale meiner einheimischen Kultur.

Foto: Ilya Sazonov

„Das ist Zentralasien, Kinder. Nehmt es nicht persönlich“

Eine Familie aus Israel mit zwei Kindern. Seit vier Jahren in Taschkent.
Ich erhielt ein Angebot, in Usbekistan zu arbeiten - ermöglichte mir Karrieremöglichkeiten und war finanziell von Vorteil für mich. Obwohl auf der anderen Seite Familie, Angehörige, Gemeinschaft, Bildung und Traditionen standen, die in Israel von großem Wert sind.

Wir wussten wenig über Usbekistan, es gab ein gewisses kollektives Image: Die ehemalige Republik der UdSSR, Männer tragen typische usbekische Kappen und Frauen flechten vor der Hochzeit vierzig Zöpfe. Und natürlich dieses wunderbaren Melonen!. Die ältere Generation weiß mehr über Usbekistan, meine Eltern, sagten die mit einem rätselhaften Lächeln: „Das ist Zentralasien, Kinder, nehmt es nicht persönlich“, was auf die Einzigartigkeit der Mentalität hinweist.
Der erste Eindruck war sehr interessant, wir hatten nur zwei Tage Zeit, um die Hauptstadt kennenzulernen, die wir für die Suche nach einem Wohnraum, einer Schule für Kinder und der Inspektion der Infrastruktur verbrachten. Uns wurde Taschkent für den Touristen gezeigt: alles war lecker, bunt, reich, warm. In so kurzer Zeit ist es jedoch schwierig, sich einen allgemeinen Eindruck zu verschaffen. Das Interessanteste lag vor uns.

Jetzt können wir uns nicht mehr an alles erinnern über was unsere Eltern gesprochen haben, aber diese außergewöhnlichen Merkmale in der Mentalität, und verschiedene alltägliche Situationen und der Mangel an den üblichen Dingen/ Produkten scheinen nun eine ferne Vergangenheit zu sein. Vor vier Jahren war es eine völlig andere Stadt – zum Beispiel hat sich die Produktpalette im Laden um 90 Prozent verändert, es gibt viele Importe in den Regalen, was auf ein gutes Entwicklungstempo hinweist. Taschkent hat sich verändert, wir haben uns verändert. Die Dinge, die fremd waren, zum Beispiel Kurt (getrocknete Quarkkugeln), sind heute ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens.

Es gibt einige Punkte, die uns in Usbekistan bisher am meisten verwirren. Wir haben festgestellt, dass die jüngere Generation im Gegensatz zur älteren Generation schlecht Russisch spricht. Dies ist besonders im Dienstleistungssektor von entscheidender Bedeutung – manchmal entstanden dadurch nur anekdotische Situationen. Es scheint mir, dass es nicht nötig ist, die russische Sprache zu verlieren.
Und auch gleich nach dem Umzug, bis jetzt verstehen wir ein bestimmtes Informationsvakuum nicht ganz. In unserer Zeit sollte es keine Probleme geben, die notwendigen Informationen zu finden, aber hier muss man hart arbeiten, viel Zeit verbringen, um zum Beispiel Veranstaltungen zu besuchen, die für den Unabhängigkeitstag Usbekistans geplant sind.

Ein Urlaub ist für uns ein guter Grund, einen richtigen freien Tag zu arrangieren, Volksfeste zu besuchen und Veranstaltungen in der Stadt zu organisieren. Auf verschiedenen Portalen wird groß über eine angelegte Feier geschrieben, aber genau wo, zu welcher Zeit und was genau stattfindet, steht nicht fest, und niemand kann es Ihnen sagen. Es gibt ein großes Problem mit dem qualitativ hochwertigen Zugang zu Informationen und der korrekten Darstellung von Inhalten.

Fazit: Jede Familie hat ihre eigene Geschichte von ersten Eindrücken, dem Zusammenbruch von Stereotypen und dem Eintauchen in das wirkliche Leben des Landes. Usbekistan ist kein Himmel auf Erden, wie es Reiseführer berichten, aber es ist nicht so schlimm, wie es uns Einheimischen manchmal erscheint.

Wir haben Probleme zu lösen und wissen Vorteile zu schätzen. Und um objektiv zu sein, ist es manchmal nützlich, das Land mit den Augen eines Anderen zu betrachten.

Quelle/Titelbild: HOOK, Text: Alena Pushkareva

Empfohlene LINKS:
SSOAR Social Science Open Access Repository - Zentralasien als Auswanderregion
Remitly - Where the World Wants to Work: the most popular countries for moving abroad
Relocation Country (Picture)
Karpatenblatt: Im Fokus: Die Deutschen in Usbekistan
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in der FUEN | USBEKISTAN

Kulturgesellschaft der Deutschen Usbekistans e.V. „Wiedergeburt“
Bobur Str. 4; UZB-100070 Taschkent, Usbekistan
+998-71-255 70 25; maria.rekk(at)mail.ru

Die Organisation Kulturgesellschaft der Deutschen Usbekistans e.V. „Wiedergeburt" hat Niederlassungen in Taschkent, Samarkand, Buchara und Fergana. Die Arbeit in den Kulturzentren der „Wiedergeburt“ ist in erster Linie Jugendarbeit mit dem Ziel der Förderung des Verständnisses der eigenen deutschen Herkunft, der Entwicklung der Persönlichkeit und der Auseinandersetzung mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen. So werden beispielsweise neben der sprachlichen Fortbildung auch Themen wie „Die Europäische Union und Usbekistan“ erörtert und das politische Leben und der Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland besprochen.


Empfohlene Literatur:
USBEKISTAN-ONINE • MEDIATHEK | Kultur-Knigge • Reise Know-How KulturSchock Usbekistan

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Navruz - eine Feier des Guten und der Gerechtigkeit, Sieg der Wärme über die Kälte, des Lebens über den Tod

glueckwuensche_navruz Glückwünsche NAVRUZ
Mit der Tag- und Nachtgleiche am 20/21. März beginnt jedes Jahr der kalendarische Frühling. Der Tag ist in Usbekistan ein gesetzlicher Feiertag. 300 Millionen Menschen feiern das Nouruz-Fest, dass seit dem Beschluss der Vereinten Nationen vom 10. Mai 2010 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Nouruz ist das am weitesten verbreitete und farbenprächtigste Fest, das als Frühlingsfest gefeiert wird. NAVRUS findet in den Städten und Dörfern in ganz Usbekistan im Laufe des gesamten Frühlings statt.

Nawrouz, Novruz, Nowrouz, Nowrouz, Nawrouz, Nauryz, Nooruz, Nowruz, Navruz, Nevruz

2010 wurde der „Internationale Tag von Nowruz“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in ihrer Resolution A / RES / 64/253 ausgerufen. Diese Entschließung begrüßt die Bemühungen der Mitgliedstaaten, in denen Nowruz gefeiert wird, die Kultur und Traditionen von Nowruz zu bewahren und weiterzuentwickeln, und ermutigt die Mitgliedstaaten, Anstrengungen zu unternehmen, um das Bewusstsein für Nowruz zu schärfen und jährliche Veranstaltungen zum Gedenken an dieses Fest zu organisieren. (UNESCO)

Ursprünglich wurde das Navruz-Fest bereits vor 3.000 Jahren im antiken Iran begangen, entstammt der zoroastrischen Kultur. Später breitete sich das Fest in ganz Zentralasien aus. Heutzutage wird Navruz in vielen Ländern der Region gefeiert, in: Nord-Irak (Autonome Region Kurdistan), in Iran, Aserbaidschan, Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, teilweise und inoffiziell in Pakistan, Syrien, Tadschikistan, Turkmenistan, in der Türkei, in Usbekistan, Georgien und Indien bei den Parsen als Jamschidi-Fest. Gefeiert wird Navruz auch bei den verbliebenen osmanisch-türkischen Bevölkerungsgruppen im südosteuropäischen Raum (Balkan) wie in Albanien (einzigem Land in Europa mit einem staatlichen Feiertag), in Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Moldau, Nordmazedonien und Rumänien. Navruz genießt eine sehr hohe Bedeutung bei allen kurdischen sowie belutschischen Stämmen und anderen iranischen Völkern, sogar unter den iranisch-stämmigen Juden in Israel.

Navruz ist mehr als nur ein Eintagsfest - es markiert den Neubeginn eines Jahres, und das in jeder Hinsicht. Vergangen ist die kalte Winterzeit, die erneuernde Kraft der Natur, es wird wieder wärmer, das Tageslicht wird länger, das erwachen der Natur, das Grün der Bäume und Wiesen, der Blütenzauber kehrt zurück.

So lebendig wie die Natur erwacht, so sehr sehnen sind die Menschen in Zentralasien, in Usbekistan und anderen Ländern nach einer Erneuerung. Zuhause bereitet man sich auf dieses Ereignis mit großer Freude vor. Die Wohnung, in den Anwesen wird alles gründlich gesäubert, der „Frühlingsputz" wird abgeschlossen, das Zuhause gemütlich eingerichtet, mit Blumen und Kleinigkeiten hübsch dekoriert.

Kinder freuen ganz besonders auf diesen Tag, es gibt kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten. Oma und Opa dürfen keinesfalls vergessen werden. Im Kreis der Familie, unter Freunden und Bekannten beglückwünscht man sich gegenseitig. Man wünscht sich Gesundheit, Glück, Wohlergehen, Erfolg und Segen für ein Neues Jahr.

Ein tieferer Sinn von Navruz liegt indes im sprichwörtlichen Neubeginn – im gegenseitigen Verzeihen, sich selbst Fehler einzugestehen und andere um Verzeihung bitten. „Jeder soll Gutes tun, jeden Tag muss Gutes geschafft werden“, so lautet das Motto des Navruz. Ein Neubeginn in jeder Hinsicht, das ist eine Uridee des Navruz. Dieser Tag ist ein Feiertag der Bruderschaft und der nationalen Einigung, der von jedem Bürger Usbekistans ungeachtet seiner ethnischen Zugehörigkeit, seines Glaubens und seiner Überzeugungen gefeiert wird.

Überliefert ist der Brauch, vor dem Fest alte Schulden zu begleichen, damit man nicht mit Schulden das neue Jahr beginnt. In diesen Tagen werden alle Ärgerlichkeiten vergessen. An den Feiertagen werden die Streitigkeiten eingestellt, es sind keine Vorwürfe zu hören. In früheren Zeiten wurden sogar Kriege und Fehden eingestellt.

Es ist eine gute Tradition alte Leute, Behinderte, Kranke und Waisen zu besuchen und ihnen uneigennützige Hilfe und moralische Unterstützung zu erweisen. In diesen Tagen werden Gastfreundschaft, Barmherzigkeit und Mildtätigkeit des usbekischen Volkes gegenüber allen Mitbürgern gezeigt, unabhängig von ihrer Nationalität und ihrem Glaubensbekenntnis, insbesondere gegenüber kinderreichen Familien und Alten, Waisen und Behinderten, Alleinstehenden und Pflegebedürftigen.

Navruz in Zeiten der CORONA-Pandemie

Das Thema Corona bestimmt seit mehr als einem Jahr unseren Alltag, weltweit. Kulturveranstaltungen finden praktisch nicht mehr statt, alle Großveranstaltungen wurden abgesagt. Öffentliche Festlichkeiten beschränken sich meist auf TV-Shows mit ONLINE-Übertragungen… Nichts desto trotz wird im kleinen Kreis in den Familien gefeiert. Kraftvoll und unerschrocken bringt uns Navruz erneuernde Kräfte zurück. Körperliche Vitalität, Stärkung des Geistes, Rückbesinnung auf wesentliches… was wirklich wichtig im Leben ist.

„Während die Welt zusammenkommt, um COVID-19 zu besiegen, dient Nowruz als Inspiration, um sich im Einklang mit der Natur auf gerechtere und dauerhaftere Weise zu erholen und wieder aufzubauen“

UN-Generalsekretär António Guterres - Botschaft für 2021

Der Zauber von „SUMALAK“, grüne Kräuter
SUMALAK - ist eine köstliche, kostbare Speise die speziell an Tagen des Navruz-Fests hergestellt wird. Im Volksmund gibt es viele Sagen über die Entstehung der Bräuche des NAVRUS. In einer Geschichte wird erzählt: in uralter Zeit drangen Invasoren in ein fremdes Land ein. Die Einwohner hatten mehrere Tage und Nächte ihre Stadt verteidigt. Aber schließlich waren die Vorräte der Lebensmittel und Wasser zu Ende und es begann eine Hungersnot in der ganzen Stadt. Eine alte Frau sah einmal auf der Erde eine Kette von Ameisen, die Weizen in ein Nest trugen. Die Alte sammelte ebenfalls Weizenkörner auf und kochte aus ihnen ein leckeres und heilsames Essen - „Sumalak“. Wer es kostete, wurde stark und gesund.

YOUTUBE: DOCA TOURS
Sumalak ist ein Lieblingsgericht der Menschen in Zentralasien während der Ferien in 🍀 Navruz. Es wird seit Jahrhunderten gekocht und die Rezepte können regional variieren, aber die Zutaten sind immer die gleichen: Mehl, in Wasser und Öl gewaschene Weizensprossen. Es ist ein sehr starkes Heilmittel, es hilft, das Immunsystem zu stärken, es hilft, den Körper von chemischen Abfällen zu befreien, verjüngt ihn und stärkt den Körper.

Bis heute ist es üblich, vor und nach dem Fest NAVRUZ verschiedene Spezialitäten aus grünen Kräutern zuzubereiten. Besonders das Feiern des Navruz ohne „Sumalak“ ist unvorstellbar. Neben seiner traditionellen Bedeutung ist dieses Gericht sehr nützlich für die Gesundheit des Menschen, mit vielen Vitaminen die gerade nach dem Winter für den Organismus und das Immunsystem wichtig sind. Gekocht und gedünstet wird „Sumalak“ nur im Frühling aus kurzgewachsenem Weizen, Mehl, Wasser und Öl in einem riesigen Kasan (Schüssel) – und zwar 24 Stunden lang. Bei der Zubereitung wird fröhlich gesungen und getanzt, man scherzt, lacht vergnügt sich 24 Std. lang, bei Tag und Nacht. Vermutlich sind es diese geheimnisvollen „Zutaten“, warum SUMALAK unvergleichlich aromatisch, malzartig, süßlich schmeckt, aber ganz ohne Zucker auskommt.

Navruz war und ist immer der poetischste aller Feiertage, hat viele Dichter inspiriert
Abu Rajhan Beruni, der berühmte zentralasiatische Wissenschaftler beschreibt in seinem Werk im 10. Jh. das Navruz-Fest: „Dieser Monat heißt Muharram. Sein erster Tag wird als Anfang des Jahres sehr feierlich gefeiert... Sobald der NAVRUS kommt, wacht die Erde vom Winterschlaf auf. Es weht der Frühlingswind. Die Küste der Bäche wird mit grünen Gräsern bekleidet, auf den Bäumen treiben Knospen, die lila Blümchen, die moschusartig Wohlgeruch hauchen, schmücken die Zweige der Bäume.“

Omar Hayam erwähnte in seinem Werk „Navrusnoma“ die Zeichen dieses Festes: „...das Haus wird aufgeräumt, mit Grün und Blumen geschmückt, die Eltern, Verwandte, Bekannte werden besucht – dies alles ist zu einem Brauchtum bei den einfachen Leuten geworden.“ Helligkeit, der Sieg über das Dunkle des Winters, spürbar länger werdende Tage – eine Feier des Guten und der Gerechtigkeit, Sieg der Wärme über die Kälte, des Lebens über den Tod.

Der usbekischen Dichter und Staatsmann Alisher Navoij hat den tiefen Sinn von Navruz treffend beschrieben, der bis heute stimmungsvoll jede Seele in fröhliche Schwingung versetzt, motiviert, begeistert.

Am 21. März gehen Glückwünsche von Staatoberhäuptern ein, es werden Grußbotschaften mit Wünschen des Friedens, Wohlergehens und Wohlstandes an andere Völker verschickt. In ganz Usbekistan erklingt feierliche Musik.

Beitrag G. Birkl/ Titelbild N. Birkenstock

Empfohlene LINKS:
Wikipedia: NOURUZSamanak
UNESCO NAWROUZ | UNESCO International Day of Nowruz
USBEKISTAN-ONLINE • MEDIATHEK | Abu Rajhan Beruni
Chefkoch: Sumalak-Süßspeise aus Usbekistan zum Frühlingsanfang (Navruz)

YOUTUBE: Glückwünsche zu NAVRUZ aus Usbekistan

YOUTUBE:  NAVRUZ
Mana o'lkamizga fasllar kelinchagi bo'lmish bahor Navro'z ayyomi bilan kirib keldi. Navro'zi olam! Asrlar davomida xalqimiz uchun, ezgulik, go'zallik, mehr-muruvat, insonparvarlik, bayrami hisoblanib kelgan. Har go'shada Navro'z taomlari - halim, ko'k somsa, ko'k chuchvara, sumalaklar pishirilmoqda. Bu - yillar osha, asrlar osha har yili takrorlanadigan boqiy an'analarimiz - qadriyatlarimizdir.

Navroo'z - o'zbek xalqining ma'naviyat, qadriyatlar bayrami, u insonni yuksak vatanparvarlik, mehnatsevarlik, bunyodkorlik, do'stlik, mehr-oqibat, ezgulik, adolat va tinchlik ruhida tarbiyalaydi.
Bayram tadbirlarimiz har go'shada, har ko'ngilda davom etaversin.
Mana shunday go'zal ayyomda bahoriy kayfiyat barchamizga hamroh bo'lsin.
Navro'zi olam muborak bo'lsin!

Der Frühling, die Braut der Jahreszeiten, ist anlässlich von Navruz in unser Land gekommen. Glücklicher Navruz! Für unser Volk ist es seit Jahrhunderten ein Feiertag der Güte, Schönheit, Güte und Menschlichkeit. In jeder Ecke werden Navruz-Gerichte gekocht - Halim, Somsa, Chuchvara, Sumalak. Dies sind unsere ewigen Traditionen und Werte, die sich jedes Jahr über Jahre und Jahrhunderte wiederholen.
Navruz ist ein Feiertag der Spiritualität und der Werte des usbekischen Volkes, der die Menschen im Geiste des hohen Patriotismus, des Fleißes, der Kreativität, der Freundschaft, der Freundlichkeit, der Güte, der Gerechtigkeit und des Friedens erzieht.
Mögen unsere festlichen Ereignisse in jeder Ecke, in jedem Herzen weitergehen.
Möge die Frühlingsstimmung mit uns allen in einem so schönen Urlaub sein.
Glücklicher Navruz!

YOUTUBE: Ozodbek Nazarbekov va Gulsanam Mamazoitova - Navro'z

YOUTUBE: Parizoda - 101 | Паризода - 101 #UydaQoling

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Das Nowruz-Fest

UZ_Musiker_VN Usbekische "Nowruz" Musikgruppe
Am 20. und 21. März 2021 feiert man in mehreren Ländern das traditionelle Fest Nowruz.
Gefeiert wird es beispielsweise in den Staaten Tadschikistan, Iran, Afghanistan, Kasachstan, Turkmenistan, Aserbaidschan, Kirgisien, Türkei, Pakistan und Usbekistan. Rund 300 Millionen Menschen auf der Welt feiern das Fest Nowruz. Das altpersische Wort Nowruz heißt auf Deutsch wörtlich übersetzt „Neuer Tag.“

Im Iran, in Pakistan, in der Türkei, auf dem Balkan (dort besonders im islamisch geprägten Albanien) und bei vielen Völkern in der ehemaligen UdSSR, die nunmehr selbständige Staaten sind, genießt dieses Fest einen hohen Stellenwert.

Usbekische Musiker spielen zum Nowruz auf 
Seit 2009 gehört Nowruz zum UNESCO-Welterbe. Es gibt unterschiedliche Schreibweisen für Nowruz, so beispielsweise mal Nourouz, mal Nourous, mal Navruz. Das lässt sich daher erklären, dass die Schreibweise und Aussprache in einem Land wie dem Iran, wo Farsi gesprochen wird, anders ist als in Usbekistan, wo man usbekisch spricht. In allen Ländern gleich ist die Zeremonie des Frühlingsfestes!.

Usbekische Köstlichkeiten zum Nowruz
Mit Musik und Tanz wird der Einzug des Frühlings gefeiert, gleichzeitig daran erinnert, der helle Tag im Frühling besiegt die dunklen und kalten Wintertage. Musiker und Folkloregruppen sowie gelegentlich Artisten, Tänzer und Puppenspieler treten auf Marktplätzen oder in großen Veranstaltungssälen in den Nowruz-feiernden Ländern auf. Verwandte, Freunde, Nachbarn, Kollegen tauschen Glückwünsche und Geschenke aus. Man serviert erlesene Speisen und Getränke, so wie es hierzulande in der Weihnachtszeit Brauch ist. USBEKISTAN-ONLINE beglückwünscht ihre Leser, die einen Bezug zum Fest Nowruz haben und ausgiebig feiern- alles natürlich unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen.

(Text/Fotos: Volker Neef)

Usbekische Gruppe präsentiert klassische Tänze zu Nowruz; Foto: V. Neef

Für die Liebsten – Nowruz-Süssigkeiten; Foto: V. Neef

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BRI - Wasserzukunft für Zentralasien?

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Die Belt and Road Initiative (BRI) könnte die Wasserspannungen in Zentralasien verschärfen, argumentiert eine neue Studie, und Peking scheint wenig über die Risiken nachgedacht zu haben.

Für Zentralasien ist Chinas Belt and Road Initiative der größte Infrastrukturantrieb seit Generationen. Und wie die sowjetischen Megadämme, Minen und die verheerende Baumwollmonokultur, die ihr vorausgingen, ist das BRI bereit, Probleme der Wasserverteilung und der Umweltverschmutzung für kommende Generationen zu schüren.

In einem neuen Papier werden Fragen aufgeworfen, wie sich das BRI - eine formlose und sich wandelnde Gruppe von Projekten, die von Peking finanziert werden, oft in extrem korrupten Ländern - auf die prekäre Wasserversorgung in Zentralasien auswirkt. Fragen, die die Regionalregierungen und ihre chinesischen Partner nicht beantwortet haben.

Wasser ist „möglicherweise das schwerwiegendste Problem auf dem Weg des [BRI]“, schreiben Melinda Davies von der University of Queensland und Nathanial Matthews vom King's College London im International Journal of Water Resources Development. Und es ist unklar, „ob die durch das BRI vorgeschlagene Entwicklung und die damit verbundene rasche wirtschaftliche Belebung ein bereits unzusammenhängendes und funktionsgestörtes Wassermanagementsystem zu stark belasten werden“.

Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 haben sich die fünf zentralasiatischen Republiken über die einst von Moskau verwalteten gemeinsamen Ressourcen gestritten. Obwohl Usbekistans Führungswechsel im Jahr 2016 einige der schlimmsten Streitigkeiten beigelegt hat, haben die fünf Staaten nur geringe Fortschritte bei der Koordinierung zur Bewältigung anhaltender Wasserknappheit gezeigt, die durch wachsende Bevölkerung und Klimawandel verstärkt wird.

Die Autoren hoffen, dass China eine konstruktive und einigende Rolle spielen kann; es wird keinen Nutzen aus der gesellschaftspolitischen Instabilität an seiner Westflanke ziehen. Der Präzedenzfall deutet jedoch darauf hin, dass Peking nicht über die nötige Geschicklichkeit verfügt. Chinesische Unternehmen haben eine gut dokumentierte Geschichte undurchsichtiger Geschäfte in der Region. Es besteht ein anhaltender Mangel an Koordination zwischen den BRI-Auftragnehmern und chinesische Entwickler sind nicht dafür bekannt, die öffentliche Meinung zu berücksichtigen, selbst angesichts der tiefen Skepsis gegenüber ihren Motiven. (Als Zeichen der Zukunft macht sich Kasachstan bereits Sorgen darüber, dass China die Flüsse Irtysch und Ili nutzt, bevor sie über die Grenze fließen, so die Autoren)

Davies und Matthews untersuchen die vorhandene Literatur, unter anderem zum Wassermanagement bei chinesischen Investitionen in anderen Ländern, und befragen regionale Experten und Interessengruppen zu den Auswirkungen von Industrie, Wasserkraft und Landwirtschaft auf die Wasserversorgung und die Zusammenarbeit. Sie finden kaum Hinweise auf einen durchdachten Ansatz zur Bewältigung der unvermeidlichen Kompromisse, beispielsweise wenn ein vorgelagertes Land den Wasserverbrauch für die Zementproduktion erhöht und ein nachgelagertes Land dieses Wasser für den Tomatenanbau benötigt: „Die Wasserressourcen und ihre Bewirtschaftung scheinen derzeit nicht spezifisch zu sein in politischen Dokumenten oder Vorschlägen im Zusammenhang mit dem BRI verwiesen; und der Initiative sind keine grenzüberschreitenden Rahmenbedingungen für die Wasserkooperation zugeordnet."
Die Zementproduktion ist eine von vielen Branchen, die Bedenken wecken, dass China bei seinen Bemühungen um eine Ökologisierung seiner eigenen Wirtschaft seine umweltschädlichsten Industrien exportiert.

Tadschikistans Zementproduktion hat sich in den letzten fünf Jahren dank chinesischer Finanzen verzehnfacht. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 wurden fast 1 Million Tonnen exportiert. Die Regierenden Tadschikistans zeigen jedoch wenig Interesse daran, die Industrie zu regulieren oder Aktivisten der Zivilgesellschaft einen Platz am Tisch zu gewähren.

Obwohl der BRI häufig mit Straßen- und Schienennetzen in Verbindung gebracht wird, sorgt die Landwirtschaft in letzter Zeit für Aufregung. Während China zu einem der weltweit größten Lebensmittelimporteure heranwächst, sind die zentralasiatischen Regierungen an den Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen interessiert. Höhere Erträge könnten auch den Einheimischen zugute kommen. Eine Ausweitung der Landwirtschaft erhöht jedoch den Druck auf die Wasserversorgung.

Wird China Wissen darüber teilen, wie man Wasser effizient nutzt und dabei helfen, undichte sowjetische Infrastruktur zu reparieren?. Jeder, der durch das Ferghana-Tal fährt, kann sehen, wie dringend die Kanäle repariert werden müssen. Der Abfall ist monumental. Dies gilt auch für die Möglichkeiten: „Chinas Provinz Xinjiang, die über das BRI eng mit Zentralasien verbunden sein wird, verfügt über fortschrittliche Kenntnisse und Technologien zur Verbesserung der Bewässerungseffizienz und zur Bewältigung von Versalzungsproblemen."

Leider sind derzeit „spezifische [landwirtschaftliche] Projekte und Initiativen weitgehend unklar“. Und die Vorteile vor Ort können begrenzt sein, „zumal chinesische Unternehmen […] regelmäßig ihre eigenen Arbeitskräfte entsenden, was die Nachfrage nach lokaler Beschäftigung begrenzt, und es besteht auch das Risiko der Übernutzung und Verschlechterung der Wasserressourcen."
Auch hier sind Kompromisse erforderlich. Aber wer trifft die schwierigen Entscheidungen?
Das ist unklar - und mit der Austrocknung des Aralsees eine frische Erinnerung, ein Grund zur Sorge.

Ohne sorgfältige Planung und einen ausgewogenen, ganzheitlichen Ansatz für die regionale Wasserversorgung heißt es in dem Papier: „Die Geschichte des nicht integrierten Ressourcenmanagements in der Region zeigt, dass eine nicht nachhaltige Entwicklung eine begrenzte und kostspielige Lebensdauer hat.“
 
Quelle/Foto eurasianet.org; Foto von David Trilling - Straßenreinigung von Duschanbe

Research Article - Water futures along China's Belt and Road Initiative in Central Asia
eurasianet.org - Northern Aral's promise stunted by dam height, international disputes

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Gipfeltreffen Usbekistans und Deutschlands wurde abgehalten

videokonferenz_gipfeltreffen Videokonferenz Gipfeltreffen Usbekistan/Deutschland
Am 12. März führte der Präsident der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Form einer Videokonferenz.

Heute ist Deutschland, eines der fortschrittlichsten Länder der Welt, ein anerkannter Marktführer in Industrie und Technologie und nimmt in verschiedenen Bereichen der Weltwirtschaft eine führende Position ein. Darüber hinaus ist Deutschland aktiv an der Weiterentwicklung internationaler Initiativen zur Überwindung der Auswirkungen der Pandemie beteiligt und leistet Ländern auf der ganzen Welt, einschließlich Usbekistan, erhebliche praktische Hilfe.

Insbesondere die erste große Sendung Coronavirus-Impfstoff wird Ende dieses Monats im Rahmen der COVAX-Initiative mit Unterstützung Deutschlands in unser Land geliefert. Darüber hinaus wurde eine enge Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut aufgebaut, einer führenden europäischen Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten.

Das Treffen der Staats- und Regierungschefs Usbekistans und Deutschlands befasste sich mit den Fragen der weiteren Ausweitung der vielfältigen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern im Kontext der sich verschärfenden Krise aufgrund der schwierigen epidemiologischen Situation in der Welt.

Der Präsident Usbekistans und die deutsche Bundeskanzlerin stellten mit Befriedigung fest, dass die gemeinsame Umsetzung der auf den hochrangigen Treffen in Berlin vor zwei Jahren erzielten Vereinbarungen die stetige Entwicklung der bilateralen Beziehungen sichergestellt hat.

Das usbekische Staatsoberhaupt dankte der Bundesregierung für ihre unerschütterliche Unterstützung für die Politik neuer demokratischer Reformen in Usbekistan und für die Ausweitung ihres Programms der finanziellen und technischen Hilfe auf die sozioökonomischen Reformen.

Besonderes Augenmerk wurde auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit gelegt. Deutschland ist ein wichtiger Technologie- und Investitionspartner Usbekistans.

In den letzten Jahren hat sich das Handelsvolumen um das 1,5-fache erhöht, und es wurden etwa 50 neue Joint Ventures gegründet. Namhafte deutsche Unternehmen wie MAN, Claas, Knauf und Papenburg sind in Usbekistan aktiv. Volkswagen und Viessmann waren die ersten, die auf den Markt kamen, während Siemens und Bosch nach einer langen Pause zurückkehrten. Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmen mehr als 700 Millionen US-Dollar in die Wirtschaft des Landes investiert.

Während des Treffens wurde vereinbart, gemeinsame Projekte, Geschäftskontakte und Initiativen zu unterstützen sowie die Aktivitäten führender deutscher Unternehmen und Bankinstitute in Usbekistan auszubauen.

Im Mai dieses Jahres wird ein Usbekistan-Deutschland Treffen abhalten, um neue Bereiche der Zusammenarbeit zu erörtern, insbesondere Industriecluster, Digitalisierung und die Entwicklung einer "grünen" Wirtschaft, um Projekte im Bereich erneuerbare Energien zu fördern.

Beide Seiten einigten sich darauf, die Zusammenarbeit in Bezug auf die Mitgliedschaft unseres Landes in der Welthandelsorganisation und in einem konstruktiven Dialog mit der Europäischen Union fortzusetzen, einschließlich des raschen Abschlusses der Vorbereitung eines Abkommens über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit.

Es wurde betont, wie wichtig es ist, die Menschenrechte und Freiheiten zu stärken, Korruption zu bekämpfen und die Zusammenarbeit in nachhaltigen Bereichen wie der Gleichstellung der Geschlechter zu stärken.
Im Bereich des humanitären Austauschs wurde die Initiative unterstützt, das Studium der deutschen Sprache in Usbekistan auszuweiten und diesbezüglich ein entsprechendes staatliches Programm zu verabschieden.

Der Präsident Usbekistans und die Bundeskanzlerin tauschten sich über aktuelle Themen von internationaler Bedeutung sowie über die Zusammenarbeit in globalen und regionalen Strukturen aus.

Die Politik Usbekistans zur Stärkung der Beziehungen zwischen Freundschaft, guter Nachbarschaft, Vertrauen und Partnerschaft in Zentralasien wurde unterstützt. Die Bemühungen zur Förderung des Friedensprozesses in Afghanistan und zur Förderung regionaler Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr und Energie wurden hoch geschätzt.

Nach den Gesprächen lud Präsident Shavkat Mirziyoyev Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch in die Republik Usbekistan ein.

Das Treffen der beiden Staatsoberhäupter Usbekistans und Deutschlands fand wie immer in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre, in einem sachlichen und freundlichen Geist statt.

Quelle/Abbildungen: president.uz 

Amtierende Staatspräsident Usbekistans: Shavkat Mirziyoyev; Foto: president.uz

Bundeskanzlerin: Angela Merkel; Foto: president.uz

Pressemeldungen: Bundeskanzlerin | PresseEcho.de

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Usbekistan - Entwicklung vom weltweit 6. größten Baumwollproduzenten zum 7. größten Baumwollkonsumenten

cotton-fiber Usbekische Baumwolle
Usbekistan wurde laut dem Jahresbericht von Research and Market als sechstgrößter Baumwollhersteller der Welt eingestuft.

Baumwolle hat seit dem 18. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der industriellen Evolution gespielt. Es spielt auch eine wichtige Rolle in der Textilindustrie. Es ist eine arbeitsintensive Geldernte, die weltweit in Massenproduktion hergestellt wird. Baumwolle unterstützt hauptsächlich den globalen Markt für Textilfabriken und den globalen Markt für die Herstellung von Bekleidung. Laut dieser Studie wird der globale Baumwollmarkt bis 2027 voraussichtlich 46,56 Milliarden US-Dollar erreichen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 2,74% von 2020 bis 2027.

Indien, China, Pakistan und die Vereinigten Staaten sind weltweit die wichtigsten Baumwollproduzenten. Die Vereinigten Staaten exportieren den größten Teil ihrer Baumwollprodukte, da die Textilindustrie weniger entwickelt ist. Asiatische Länder dominieren die Baumwollproduktion und sind auch einer der größten Baumwollkonsumenten. China, Indien, Pakistan und Bangladesch sind die größten Baumwollkonsumenten weltweit und machen einen der weltweit höchsten Konsumenten aus. In den letzten Jahren haben sich sowohl Vietnam als auch Usbekistan zu wichtigen Baumwollkonsumenten entwickelt. 
Usbekistan wurde als 7. größter Baumwollkonsument der Welt eingestuft.

Quelle/Foto: Tashkenttimes.uz

WIKIPEDIA - Baumwolle
Cuttonupguide: Baumwolle: ein Überblick
Baumwollbörse.de - China ist neben Indien der weltgrößte Produzent, der größte Konsument und gleichzeitig größter Importeur von Baumwolle
Statistic - Leading cotton producing countries worldwide in 2019/2020
Finanzen.net - Global Cotton Market Report 2021-2027 - $46.56 Billion Industry
GlobalNewswire/ RESEARCH_AND_MARKETS - Consumption, Production, Export, Import Countries
USDA United States Department of Agricultural Service - Cotton: World Markets and Trade
OECD-FAO Agricultural Outlook 2019-2028 (PDF-Download)

Usbekisches Baumwollfeld; Foto: Centralasia-Travel

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